Frühjahrstipps von Marco Beck

„Der erste Karpfen der neuen Saison zaubert immer ein breites Grinsen ins Gesicht“

Die ersten Fänge des neuen Jahres sind sehr wichtig für das Vertrauen! Deswegen sollte man seine ersten Ansitze im Frühling an Gewässern mit einem sehr guten Fischbestand beginnen. Wenn man dann noch im Ausland seinen ersten Angeltrip startet, ist es ebenfalls wichtig, über die genauen Umstände des jeweiligen Gewässers Bescheid zu wissen. Ein Trip in´s Blaue kann oft mit einem Blank enden. Unser Teamangler Marco setzt im Frühjahr sehr oft auf seinen umfangreichen Erfahrungsschatz… Er hat einige seiner Frühjahrstipps für euch aufgelistet:

1kl„Ausrüstungscheck…“

In der kalten Jahreszeit, dem Januar oder Februar, sollte man mit einem kritischen Blick seine Ausrüstung checken. Insbesondere steht bei Marco der obligatorische Schnurwechsel aller Rollen an erster Stelle. Alte runter und neue drauf! Gerade wenn man im vergangenen Jahr die „Longrangefischerei“ auf mehreren Hundert Metern gefrönt hat, weiß man nicht ob sie irgendwo beschädigt wurde. Aber auch die Karpfensäcke, Keschernetze und Wiegeschlingen sollte man gegenprüfen, ob nicht irgendwo ein Loch in der letzten Session entstanden ist. Obendrein sollte man seine Tacklebox mit den benötigten Kleinteilen füllen und auch mal den Reifen des Trolleys aufpumpen.

„Deutet die Frühlingsboten!“

Meist sind es gewisse Frühblüher die einem im zeitigen Frühjahr als erstes ins Auge fallen. Schneeglöckchen, Primel oder Christrose um nur einige wenige zu nennen. Sie bestechen mit ihrer Farbenpracht in der noch trüben, glanzlosen Zeit. Doch für mich gibt es einen viel wichtigeren Frühlingsboten: die Kröte. Immer wenn ich am Wasser sitze und einer der schleimigen Gesellen läuft mir über den Weg, dauert es nicht lange und ich fange meinen ersten Karpfen der neuen Saison. Kleine Anmerkung am Rande: meidet bitte Feld-, Wiesen und Waldwege während der langsam wärmer werdenden Zeit, denn sonst fahrt ihr sie unbeabsichtigt platt…

3kl„Kraft der Sonne…“

Die ersten Nächte im langsam kommenden Frühling sind noch recht kühl… Um dennoch ein nasses Keschernetz zu bekommen, sollte man auf die Kraft der Sonne setzen! Sucht euch flache Uferbereiche oder Buchten aus, auf die die Sonne den kompletten Tag scheint. Die Sonnenstrahlen nehmen ab Mitte/Ende März immer mehr an Intensität zu. Die warmen Bereiche des Gewässers werden schneller von den Karpfen besucht.

4kl„Nutze den Wind…“

Ich bevorzuge die Wind zugewandte Seite des Gewässers. Und das ganz explizit wenn es sich um einen warmen Wind handelt. Da ist es eigentlich recht egal ob er aus S oder SW oder gar mal aus NW kommt. Milde Winde erzeugen am auftreffenden Uferstreifen eine Umwälzung des Wassers und eine Art Unterwasserströmung… Gut zu erkennen sind solche Uferstreifen entweder an den ankommenden Wellen oder an dem Treibgut wir ihr auf dem Bild gut sehen könnt.

5kl„Angelplatz…“

 Ich beangele sehr oft den Angelplatz, der am weitesten weg vom Parkplatz liegt. Denn hier kann man sich am meisten sicher sein, dass kein Mitstreiter zu viel vorgefüttert hat. Es gibt nichts Schlimmeres als im Frühjahr auf einem Futterberg zu angeln, denn die Karpfen fressen nur sehr sporadisch und wenn dann nur einen kleinen Happen. Das sollte man auch bei dem Beifutter beachten. Ich setze meist auf Groundbait, welches ordentlich mit Liquid, kleinen Partikeln bzw. Dosenmais angemacht wird. Boilies fliegen wenn dann nur 1 bis maximal 2 Hände voll ins Wasser.

6kl„Slack line…“

Gerade zur kalten Jahreszeit sollte man mit durchhängender Schnur angeln. Man möchte ja schließlich nicht die zwar trägen, dafür sehr scheuen Fische vertreiben. Denn wenn einmal verjagt zu solch früher Zeit im Jahr, desto länger dauert es, bis die Karpfen wieder zurück zum Platz kommen. Die Fische agieren nur eine kurze Zeit am Tag, je wärmer das Wasser wird, desto öfter gehen sie auf Streifzüge und nehmen Nahrung zu sich.

7kl„Auffällige Schneemänner und etwas Teig ums Blei kneten – das langt schon“

Die Ködergröße wähle ich sehr klein, heißt 16mm oder kleiner. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Karpfen so früh im Jahr auf kleine Köder fixierter sind. Das mag natürlich auch an meinem Beifutter wie Hanf, Vogelfutter oder Weizen liegen. Kleiner Tipp am Rande: kocht eure Partikel doch mal mit Knoblauch, Curry oder Paprika auf. Während des Kochens ziehen sie so den Geschmack in sich auf und verbreiten Unterwasser eine unwiderstehliche Duft- und Geschmacksnote…

„Wenn man diese kleinen Tipps beachtet kann man zu solchen Erfolgen kommen…“

Marco Beck
MAD Pro Staff
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