Ein ganz normaler Ansitz?!

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Endlich Feierabend, die Zeiger meiner Armbanduhr stehen schon auf 17:19 Uhr. Schon wieder so spät und das an einem Freitag. Dabei hatte ich mir doch echt vorgenommen spätestens um 15 Uhr die „Hak raus zu machen“. Ich wollte doch direkt vom Büro ans Wasser fahren und eine Nacht auf Karpfen angeln. Naja, sei´s drum jetzt ist es eben später geworden, dachte ich mir als die Stechuhr ihr Signal verkündete und die Uhrzeit festhielt. Die 500 Meter zu meinem Auto wurden im Schnellschritt überwunden. Da stand es, mitten in der prallen Sonne, drinnen herrschen bestimmt über 40°C und garantiert ein Geruch nach „Erbrochenem“. Die Partikel gärten ja schon ein Weilchen, aber der Tag im Auto ohne Schatten wird sein Übriges dazu getan haben. Ach freu ich mich auf den Mief…

1Die Sachen auf´s Trolley geladen und Abfahrt

Endlich am Wasser angekommen belud ich das Trolley und schupste es sehr eilig richtig anvisierter Angelstelle. Puh, schon nach kurzer Zeit wurde es mir ziemlich warm und so wurden die Hydroforce G2 Hosen gezippt. Wie herrlich, so ließe es sich besser aushalten und der Rest der Strecke konnte ohne weiteren Stop zurückgelegt werden. Oft suche ich mir einen Platz aus, der weit von jedem Parkplatz des Gewässers entfernt liegt, denn dort hat man meist seine Ruhe. Doch dieses Mal…

2Schnell die DAM Hydroforce G2 zippen und weiter geht’s mit Frischluft an den Beinen

Ihr habt es sicherlich schon vermutet, es saß jemand auf der anvisierten Stelle. Um genau zu sein: zwei grauhaarige Opas. Nach kurzem Plausch verkündeten sie mir, sie hätten ebenfalls die Stelle angefüttert und wollten bis etwa Mitternacht dort sitzen bleiben. Ein bisschen gefrustet machte ich einen Abmarsch. Na toll dachte ich und watschelte Richtung Auto zurück. Ich hatte keinen Plan B vorbereitet, was nun?

3Wo sollte ich nur mein Brolly aufstellen?

Auf dem Rückweg kam ich an einigen Angelstellen vorbei die ausgetretener nicht aussehen konnten. Gesäumt von Müll und ähnlichen Hinterlassenschaften. Warum können manche ihren Unrat nicht einfach mitnehmen, frage ich mich jedes Mal aufs Neue. Dann kam ich zum letzten Platz etwa 100 Meter vom Auto entfernt, er sah irgendwie zu gewuchert und verschmäht aus. Genau das sollte ein Zeichen für mich sein!

4Endlich lagen die Ruten, genau pünktlich zur Dämmerung konnte ich zwei freie Stellen zwischen den Krautfeldern finden

Unbeangelte Plätze heißt auch Unterwasser keine freien Stellen. So ist es zumindest an diesem See. Überall Wasserpflanzen soweit das Auge reichte. Aber gerade in solchen großen Krautfeldern halten sich die Karpfen um diese Jahreszeit auf. Mich würde es stark wundern wenn da nichts gehen sollte. Die Behausung wurde aufgebaut und dann ging es los mit dem Stellen suchen. Mal hier hin werfen, mal dahin. Nach ca. 10 Würfen hatte ich zwei harte, krautfreie Plätze gefunden. Schnell noch ein paar Boilies hinterher sticken, zwei Groundbaitschaufeln voll Partikel, bäh stinkt das erbärmlich. Aber aus der Erfahrung heraus sind die sehr fängig. Nun konnte ich den Abend ausklingen lassen und auch genießen.

5Yes, ich hatte den richtigen Riecher

Die Nacht verging ohne Aktion, lediglich ein paar Piepser auf der linken Rute doch dann gegen 08:00 Uhr am Morgen bekam ich einen Lauf. Nach einem anstrengenden Drill, der Fisch hing 2 Mal in einem Krautfeld fest, konnte ich einen goldenen Schupper fangen. Mein Riecher hatte mich doch nicht im Stich gelassen. Gegen 09:00 Uhr holte ich dann die andere Rute rein. Und siehe da sie hing kurz fest. An Land erkannte ich den kurzen Hänger. Das Rig hatte sich in einer alten Muschel verfangen. Es war die linke Rute, die mir nur einzelne Piepser brachte. Kein Wunder, wer weiß was sich dort herum getrieben hatte und nicht haken konnte…

6So kann sich kein Fisch haken. Der Köder lag am perfekten Platz, genau an der natürlichen Nahrungsquelle…

So ging es auch schon wieder ab nach Hause. Noch ein Zwischenstopp beim Bäcker eingelegt und ein paar Brötchen zum gemeinsamen Frühstücken mit meiner Liebsten besorgt…

Euer Marco,
Team MAD