“QUICK FISHING” IN RIVERS

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Viele Angler nehmen sich gleich mehrere Wochen frei, um ihren unbändigen Drang nach dem Ausleben ihrer Passion am Wasser nachzugeben. Viele der Geschichten, die sie in den Magazinen lesen, stammen von solchen Anglern, die teilweise sogar Monate an den Ufern wilder Seen und Flüsse verbringen. Andererseits gibt es jedoch auch genügend Angler, die einfach nicht die Zeit für so eine Herangehensweise haben, sei es aufgrund ihres Jobs oder weil sie gar nicht längere Zeit ohne Unterbrechung am Wasser bleiben möchten und daher kürzere Trips bevorzugen. Diese Kurztrips können aber sehr gut sein um sich von der Masse an Anglern abzuheben und Karpfenangeln in einem ganz anderen, weniger stereotypischen Licht zu sehen.
Fische, die in großen, weitläufigen Gewässersystemen ihr Zuhause haben, sind in ihrer Bewegungsfreiheit kaum eingeschränkt. Diese Mobilität der Fische zwingt uns, auch selbst ständig aktiv auf der Suche nach den Fischen zu sein, da sie im wahrsten Sinne des Wortes überall sein könnten. Abhängig von der Jahreszeit, dem Wasserstand, Überschwemmungen oder Anlagen wie Wehre oder Schleusen können Karpfen unglaublich große Distanzen zurücklegen… Durch Bil-dervergleich von Fängen aus der Rhone kam ich zum Schluss, dass einzelne Fische wirklich sehr mobil sind. Wir sprechen hier von zig Kilometern und es kommt dabei auch regelmäßig vor, dass ein oder sogar zwei Schleusen durchquert werden! Das bedeutet aber nicht, dass alle Fluss¬karpfen solche Nomaden sind und den Fluss rauf und runter schwimmen. In manchen Flüssen stellt die Bauweise der Sch leusen und Wehre auch ein unüberwindbares Hindernis für die Fische dar.
Kurze Session, großes Resultat
Für mich bedeutet das Konzept der Angelei kurzer Sessions die Rigs für 2 bis maximal 10 Stunden im Wasser zu haben.
Eigentlich erinnert mich diese Angelei oft an die ersten Angeltrips zusammen mit meinem Vater. Wir machten unzählige Kurzsessions am lokalen Dorfteich oder an einem kleinen Fluss, der sich unweit unseres Zuhauses durch die Landschaft schlängelte. Heute hat sich vieles geändert, aber die Passion ist dieselbe. Solche Kurztrips bieten die Möglichkeit, mit leichtem Tackle unterwegs zu sein und daher Plätze aufsuchen zu können, die weit schwieriger und aufwändiger zu erreichen sind.
Daher ist es von großer Bedeutung, seine Tackle so kompakt wie möglich zu halten und jedes unnötige Teil zuhause zu lassen. Den¬noch sollte man dabei keine Kompromisse eingehen und auf angepasstes und starkes Material achten. Die MAD D-Fender III G4 Rute ist perfekt für diese Art der Angelei: kurz und dennoch stark, um es mit den kampfstarken, stromlinienförmigen Flusskarpfen aufzunehmen. Meine Kleinteile sind ebenfalls auf das absolut Notwendigste reduziert und finden im angenehm zu tragenden D-Fender Rucksack Platz. Schlussendlich nehme ich auch noch meine Abhakmatte mit, die mir gleichzeitig als Sitzgelegenheit dient, während ich auf Bisse warte.
Nachdem jetzt alles auf ein Minimum reduziert wurde, ohne dabei Kompromisse in Sachen Qualität und Zuverlässigkeit einzugehen, kann ich unbesorgt Angeln gehen und weiß sofort, wo jeder Ausrüstungsgegenstand zu finden ist, wenn ich mal etwas brauche.
Dadurch habe ich jetzt die Möglichkeit, ansonsten unerreichbare Angelplätze zu befischen, wo ich beispielsweise auch nicht mit dem Auto hinkomme. Bei kurzen Sessions bleibt jedoch nicht viel Raum für Improvisation, daher habe ich die Rigs oft schon fertig vorbereitet und kann am Angeltag gleich loslegen. Wieder greife ich auf zuverlässige und starke Komponenten zurück: MAD Skinline Semi Stiff 25lb Vorfach und MAD Razor X TFL Haken sind meine erste Wahl. Meine Angelphilosophie ist sehr auf systematische Vorbereitung der Spots bezogen. Normalerweise versuche ich, am Abend vor dem Angeln meine ausgewählten Plätze vorzufüttern, wodurch meine Chancen, in den wenigen verfügbaren Angelstunden Fische zu fangen, deutlich gesteigert werden.
Abhängig von den bisher beangelten Bereichen werden Sie bereits festgestellt haben, dass es Zeiten gibt, in denen mehr Aktivität besonders wichtig ist. In Flüssen sind die Karpfen ständig unterwegs und ich habe bemerkt, dass gewisse Spots mehr Bisse in den Morgenstunden bringen, wohingegen andere Spots in den Abend- oder Nachtstunden produktiver sind. Ein Anpassen der Angelzeiten an die Fischaktivität, abhängig von ihren eigenen Erfahrungen, der Jahreszeit und anderen Parametern wie unterschiedliche Pegelstände, ist daher äußerst ratsam und können der Schlüssel zu einer erfolgreichen Session am Fluss sein. Angeln am Tag bedeutet zehn Mal aktiver sein!
Irgendwie mag ich es immer noch, meinen Wecker besonders früh zu stellen um das Beste aus einem Trip am Morgen zu machen. Aber auch wenn ich den ganzen Tag bleibe, bringt es mir Vorteile, früh am Wasser zu sein. Sonntags kann ich meist an nichts anderes denken, als an Angeln; es ist wie ein Jungbrunnen, ein tiefer Atemzug frischer Luft. Die Angelei am Tag erlaubt auch, besonders aufmerksam zu sein, was auf dem Wasser so vor sich geht und Fischaktivität oder springende Karpfen können sofort ausgemacht werden. Dazu empfiehlt es sich, auch mal auf einen Baum zu klettern, was beim Lokalisieren der Fische gute Dienste leisten wird.
Wenn Fische am Platz sind ist es häufig der Fall, dass die Rutenspitzen zu wackeln beginnen. Obwohl Weißfische im Fluss in großen Mengen vorkommen, fange ich lieber die eine oder andere Barbe und ein paar Döbel als den ganzen Tag auf meiner Abhakmatte herumzulungern. Aber vielleicht hilft mir auch der Gedanke daran, dass dann die Karpfen meist nicht sehr weit sind und nicht mehr lange auf sich warten lassen! Manchmal konnte ich bereits beobachten, wie sich eine Gruppe hungriger Barben über ein paar Boilies hermachte, nur um kurz darauf wieder zu verschwinden, weil ein oder mehrere Karpfen durch die Aktivität der Barben auf den Futterplatz aufmerksam wurden.
Zu bestimmten Zeiten im Jahr kommt es zu erhöhtem Treibgutaufkommen im Fluss, beispielsweise wenn das Kraut an die Oberfläche treibt und den Fluss heruntergetragen wird. Aber auch Bäume und Sträucher können ein Problem darstellen und bedeuten, dass man die Montagen regelmäßig neu auswerfen muss. Grundsätzlich werfe ich bei solchen Kurztrips ohnehin alle 2 Stunden neu aus, um sicherzugehen, dass das Rig immer korrekt präsentiert wird und sich kein Kraut in der Schnur verfangen hat. Manchmal kann es auch eine große Hilfe sein, ein MAD Backlead System zu verwenden, da dieses clevere kleine Ding die Schnur unter Wasser drückt und sich somit weniger vorbeitreibendes Kraut darin verfangen kann. Ein großer Vorteil dieser Backleads ist die Möglichkeit, das Blei schnell und unkompliziert wechseln zu können, wodurch man auf sich verändernde Fließgeschwindigkeiten reagieren kann.
Ich hoffe, ich habe ihnen die Vorteile dieser speziellen Herangehensweise näher bringen können, wie zum Beispiel die Möglichkeit, bisher unerreichbare Plätze zu befischen oder die Angelei noch besser an die Jahreszeit und Ak¬tivität der Fische anpassen zu können. Wenn sie Glück haben, fließt ebenfalls ein Fluss an ihrer Haustüre vorbei und genau dann würde ich ihnen dringend empfehlen, einmal für ein paar Stunden ihr Glück zu versuchen. Sie werden erstaunt sein, welche Überraschungen darin lauern!